Die Hallensaison verlief gut bei Hanna Gröber. Bereits im November lief sie eine neue 5000 m Bestzeit mit 16:25.99 min. Nach kurzer Krankheit konnte sie sich dann auch im Februar über 3000 m deutlich verbessern. Als sie nach 9:41.11 min die Ziellinie durchquerte, steigerte sie ihre persönliche Bestzeit um mehr als 15 s. Damit qualifizierte sich die Studentin der molekularen Medizin deutlich über beide Strecken für die National Indoor Championships der Division II. Diese fanden am 8./9. März im State Plaster Centre in Pittsburg/Kansas statt.

Gröber, die als viertschnellste Läuferin über die 5000 m gemeldet war, ging mit hohen Erwartungen in das Rennen. Auf der 300 m Rundbahn verlief es dann aber nicht wie geplant für die junge Läuferin. Nachdem sich vorne eine Dreiergruppe abgespalten hatte, übernahm Gröber zusammen mit einer Teamkollegin die Tempoarbeit der Verfolgergruppe. Zwischenzeitlich kämpfte sie sich sogar von Rang sieben auf Platz vier nach vorne. Trotz dieser mutigen Renneinteilung konnte Gröber nicht verhindern, dass sie auf der letzten Runde von drei Konkurrentinnen sowie ihrer eigenen Teamkameradin übersprintet wurde. Am Ende landete sie mit einer Zeit von 16:50.71 min auf dem achten Platz. Weder mit der Zeit noch mit dem Rennverlauf zeigte sich die Studentin zufrieden: „Das Rennen verlief nicht nach meinen Vorstellungen. Nach so viel Tempoarbeit einfach übersprintet zu werden ist schon bitter. Aber das ist Sport. Ich habe ja noch eine Chance über die 3000 m.“

Diese Chance wollte Hanna Gröber am nächsten Tag, 25 h nach dem 5000 m Rennen auch nutzen. Hier ging Gröber eher verhalten an, war zwischenzeitlich sechszehnte. Auch in diesem Rennen befand sich die Läuferin in der Verfolgergruppe, die bereits nach kurzer Zeit einen deutlichen Abstand zur Führung hatte. Als sie merkte, dass ihre Gruppe immer langsamer wurde, entschloss sie sich, selbst das Tempo anzuziehen. So konnte sie noch einen Teil des Feldes von hinten her aufrollen. Im Endspurt gelang der LAV Athletin dann das, was ihr einen Tag zuvor misslungen war: Sie konnte sich im Endspurt gegen eine Läuferin noch durchsetzen und platzierte sich in 9:46.81 min auf dem 12. Rang. 

„Nun ja, also so richtig zufrieden mit dem Rennen bin ich nicht. Das Ergebnis ist nicht ganz das, was ich mir erhofft hatte. Ich kann halt das Feld nicht immer von hinten überlaufen. Das hat jetzt häufig funktioniert, aber heute einfach nicht. Die vordere Gruppe war zu weit weg, als dass ich sie hätte einholen können. Ich bin in beiden Rennen um einige Erfahrungen reicher geworden. Jetzt gilt es daraus das beste zu machen“, resümierte die Läuferin nach dem Lauf selbstkritisch.

Nun bereitet sich das Team der Grand Valley State University auf die Outdoor Saison vor. Hier wird Gröber einen Schwerpunkt auf die 5000 m und 10000 m sowie auf die 3000 m Hindernis legen. Währenddessen wird die Studentin zudem ihre Bachlor-Arbeit in den USA schreiben, bevor sie zumindest für den Sommer wieder nach Tübingen zurückkehren wird. Wie es dann für sie weitergehen soll, weiß Hanna Gröber noch nicht genau. Sie könne sich aber durchaus vorstellen auch den Master noch in Amerika zu absolvieren.