Geschrieben von Hanna Gröber

Nach einer schwierigen Outdoor- Saison, in der Gröber lange Zeit von einer Knieverletzung geplagt wurde und daher viel Zeit schwimmend trainierte, hatte sie selbst geringe Erwartungen für die National Championships. In den beiden letzten Rennen der Saison hatte sie gerade so die Qualifikation über 3000m Hindernis als 15. und über 5000 Meter als 22. von 23 Teilnehmerinnen geschafft. Dass die Leistungsdichte in den USA unglaublich hoch ist, zeigt der Fakt, dass für die Quali eine Zeit von unter 16:55 Minuten gelaufen werden musste.  Nun standen für die 21- Jährige Langstrecklerin 3 Rennen in 3 Tagen an. Bei schwül-heißen Bedingungen meisterte Gröber diese Herausforderung souverän. In einem moderaten Vorlauf über 3000m Hindernis verpasste sie zwar im Zielsprint die direkte Qualifikation, konnte sich aber über die Zeit als 10. für das Finale am darauffolgenden Tag qualifizieren. Zur neuen Bestzeit in 10:33,98 Minuten reichte es auch.

"Mein Zeil war es, möglichst für das Team zu scoren", erklärte Gröber ihre Motivation. In den USA holen die ersten 8 Plätze Punkte für die Mannschaften und werden als All- Americans auf dem Siegerpodest geehrt. Im Finale hatte Gröber dann etwas Pech: Auf der zweiten Runde stürzte eine Konkurrentin am Hindernis und zwang die Läuferin vor ihr, auszuweichen. Dadurch musste die LAV- Athletin stehen bleiben und mit beiden Händen über das Hindernis klettern. Unbeirrt kämpfte sie sich wieder heran und konnte noch zwei Läuferinnen hinter sich lassen, verfehlte aber ihr Ziel als 9. denkbar knapp. Da konnte sie auch eine neue Bestzeit von 10:31,2 Minuten nicht trösten. "Ich glaube, ich habe zu früh aufgegeben, als die Lücke zur 8. Läuferin gefühlt zu groß wurde", kommentierte die Läuferin danach selbstkritisch.

Am finalen Tag standen nun noch die 5000 Meter bei 27 Grad und geladener Atmosphäre im Stadion an. Mit zwei Teammates am Start stehend erwartete Gröber bei ihrem dritten Rennen in drei Tagen nicht viel. "Ich war schon ziemlich müde und hatte ziemlich Muskelkater, aber ich wollte einfach nochmal alles geben!" Und das gelang der Studentin: in der zweitbesten Zeit ihrer Karriere und nach vorsichtigen ersten 3 km an 22. Stelle schob sich Gröber auf den letzten zwei Kilometern Platz um Platz vor und lag 800 Meter vor Schluss auf Rang 8. Diesen ließ sie sich auch im Zielsprint nicht mehr nehmen. "Ich habe noch nie so sehr in einem Rennen gelitten, aber ich wollte unbedingt in die Punkteränge. Das Jahr und diese Meisterschaft hat alle meine Hoffnungen übertroffen und ich bin dankbar für mein tolles Team an der Grand Valley State University und für meine großartigen Coaches!" In der Gesamtwertung belegte das Frauenteam mit 42,5 Punkten den 4. Platz, während die Männer Rang 5 erreichten.