Geschrieben von Jule Vetter

Im August begann bei Hanna Gröber die Vorbereitung auf die Cross Country Saison in Amerika. Dort studiert und trainiert die Läuferin der LAV seit nun knapp anderthalb Jahren an der Grand Valley State University im US-Bundesstaat Michigan. Der Saisoneinstieg verlief gut, allerdings konnte Gröber laut eigenen Angaben nicht in allen Rennen ihr volles Potenzial zeigen. In ihrem letzten Rennen der Cross-Saison aber war sie auf dem Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit und wuchs bei den National Collegiate Athletic Association (NCAA) Championships der Division II im Crosslauf über sich hinaus.

Im Schenley Park in Pittsburg, Pennsylvania durfte Hanna Gröber als eine von sieben Starterinnen ihre Universität vertreten. Den Startplatz hatte sie sich durch ihre guten Platzierungen in vorangegangen Rennen erarbeitet.  Insgesamt standen 264 Läuferinnen von 34 verschiedenen Universitäten an der Startlinie des 6 km langen Kurses. 

Gröbers Ziel war ein Platz unter den Top 40, was bei der Anzahl an Läuferinnen eine sehr gute Platzierung darstellt. Aber das Rennen entwickelte sich ganz anders als erwartet. „Nach zwei Kilometern war ich plötzlich unter den schnellsten zehn Läuferinnen. Das war sehr überraschend für mich“, sagte Gröber nach dem Lauf. Der Rundkurs sei ihr gelegen, da sie Strecken bevorzuge, die nicht so schnell gelaufen werden können, führte die Studentin weiter aus. Tatsächlich hatte es zuvor und auch während des Rennens geregnet, was die Strecke in ein einziges Schlammfeld verwandelte. Gröber kam dieser aufgeweichte Untergrund sehr entgegen und mit einer optimalen Kräfteeinteilung gelang es ihr sich im Feld immer weiter nach vorne zu arbeiten. Schlussendlich überquerte Gröber als sechste die Ziellinie und übertraf damit ihre eigenen Erwartungen deutlich. In ihrem Team war sie die drittschnellste Läuferin.

„Ich habe mich einfach gut und erholt gefühlt, weil wir das Training für diesen Wettkampf deutlich reduziert haben. Außerdem hat mich der Gedanke an mein Team so motiviert, dass ich einfach immer schneller wurde“, erklärte Gröber ihre Leistung.

Der Gedanke an ihr Team machte sich bezahlt, denn zusammen mit ihren anderen Teamkameradinnen, konnte sich Gröber auch über den Sieg in der Teamwertung freuen. Zuvor hatten bereits die männlichen Athleten der Grand Valley State University ebenfalls die Teamwertung gewonnen. Die Tübingerin zeigte sich angesichts der vorherrschenden Stimmung begeistert: „Es sind auch die Athletinnen und Athleten des Uni-Teams angereist, die nicht laufen durften, um uns Starter zu unterstützen. Dementsprechend wurde der Doppelsieg natürlich lange und gebührend gefeiert.“

Gröber wird über Weihnachten nach Hause fliegen, bevor es im Januar mit der Vorbereitung auf die Hallensaison in Amerika weitergeht. Auch diese verspricht für die Studentin der molekularen Medizin erfolgreich zu werden.

 

Ergebnisse der NCAA DII Cross Country Championships:

https://results.leonetiming.com/XC.html?mid=1504