Geschrieben von Jule Vetter

Das hatten sich alle Beteiligten anders vorgestellt und dabei hatte der Tag so gut begonnen. Pünktlich um 15:00 Uhr begann unter bewölktem Himmel das nationale Leichtathletikmeeting in Tübingen. Über 100 m und 400 m sprinteten die Athleten über die blaue Bahn. Vorbei an den extra für das European Athletics Meeting errichteten Tribünen mit insgesamt 972 Sitzen. Vorbei an den Food-Trucks, den Leinwänden und der mobilen Weitsprunganlage im Innenfeld. Später am Abend sollte das SWR Fernsehen das Meeting sogar zur Prime-Time live in die Haushalte übertragen.

Doch eine Stunde nach Beginn der Wettkämpfe öffnete der Himmel seine Schleusen. Aus Sicherheitsgründen wurde das Meeting unterbrochen und die Athleten und Zuschauer in die Paul-Horn-Arena gebeten. Das Gewitter tobte dem Gefühl nach direkt über dem Stadion. Nach über einer Stunde Dauerregen stand die Bahn ebenso unter Wasser wie der Nebenplatz, auf dem später das geplante Konzert von Bakermat und Klangkarussell hätte stattfinden sollen. Auch führte der Starkregen immer wieder zu Stromausfällen. Die Helfer versuchten mit Besen und Walzen gegen die Wassermassen auf der Bahn anzugehen, aber ihr Bemühen wurde nicht belohnt. Am Ende fällte das Ordnungsamt der Stadt Tübingen die Entscheidung das Meeting mit all seinen geplanten Veranstaltungen aus Sicherheitsgründen abzusagen.
Das sorgte zwar bei einigen für Unmut, doch der überwiegende Teil der aus ganz Europa angereisten Athleten äußerten Verständnis. Die Europameisterin über 3000 m Hindernis Gesa Felicitas Krause teilte ihren Fans auf Instagram mit, dass sie solche Bedingungen in ihrer Karriere noch nicht erlebt habe und sie die Absage verstehen könne. Gegen eine höhere Gewalt könne man eben nichts machen.

Auch der Tübinger Hürdensprinter Gregor Traber nahm die Absage sportlich: „Alle waren bereit. Athleten, Organisatoren und Fans. Absolut beeindruckend, was Tübingen mit dem Soundtrack-Meeting auf die Beine gestellt hat. Das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das ist extrem bitter, aber es geht weiter.“ Wie es aber nun mit dem Meeting weitergeht steht zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest. Es zeichnet sich zumindest von Seiten der Athleten, Fans, Sponsoren und der Tübinger Organisatoren durchaus Unterstützung für einen neuen Versuch im Jahr 2020 ab. In den sozialen Medien haben bereits viele Athletinnen und Athleten ihre Hoffnung auf ein Soundtrack-Meeting 2020 geäußert und auch Sportdirektor Steffen Große würde sich über einen neuen Versuch freuen: „Die Athleten waren heiß auf schnelle Rennen, hohe und weite Sprünge. Die Zuschauer wären ebenfalls da gewesen wie bereits die Anzahl der Leute in der ersten Stunde verraten hat. Wir werden sehen wie es ausgeht.“

Sicher ist, dass dieser Ausfall den Verein belasten wird, wie auch auf der Homepage des Meetings zu lesen ist. Doch nicht nur die LAV Athleten, sondern auch die Sponsoren und die Stadt Tübingen haben bereits deutlich zum Ausdruck gebracht, dass das Meeting mit Sicherheit etwas ganz besonders und einzigartiges geworden wäre. .