Geschrieben von Jule Vetter

 Zwei Athleten und eine Athletin der LAV starteten am Wochenende bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften der U16 in Mainz. Luca Haug, der den Meistertitel im 9-Kampf in der Altersklasse M14 im Vorjahr gewonnen hatte, fand sich in der ungewohnten Position des Gejagten wieder. Die Mehrkampf-Mannschaft, die gute Aussichten auf die Goldmedaille hatte, konnte nicht an den Start gehen, da der dritte qualifizierte Athlet Leon Groh sich kurz zuvor eine leichte Verletzung zugezogen hatte, die einen Start nicht möglich machte.

Starke Konkurrenz und gute Leistungen in der M15

Der 9-Kampf begann mit dem 100 m Sprint. Die beiden Tübinger Luca Haug und Tyrone Wild sahen sich einem sehr leistungsstarken Feld bestehend aus 25 Teilnehmern in der Altersklasse M15 gegenüber. Luca startete als Schnellster mit 11,42 s in den ersten Mehrkampftag. Tyrone Wild lief mit 11,76 s die achtschnellste Zeit.

Im darauffolgenden Weitsprung landete Luca bei 5,97 m in der Grube. Tyrone sprang mit 5,32 m nah an seine bisherige Bestleistung heran. Im Kugelstoßen konnte Luca dann seine große Stärke ausspielen. Gleich zweimal gelangen ihm Stöße über die 16,60 m. Erst eine Woche zuvor hatte er das erste Mal über die 16m-Marke gestoßen. Mit einer Weite von 16,62 m dominierte er seine Konkurrenz um über 2 m. Tyrone blieb im Kugelstoßen knapp unter seiner Bestleistung und beendete diese Disziplin mit 9,61 m. Hierbei wurde er aber von einer Kapselverletzung an der rechten Hand beeinträchtigt.

Im Stabhochsprung stellte Luca mit übersprungenen 3,30 m eine neue Bestleistung auf und wurde in dieser Disziplin damit Zwölfter. Der Athlet zeigte sich mit dieser Leistung sehr zufrieden, da der Stabhochsprung in den letzten Wochen aufgrund des Umstiegs auf härtere Stäbe zu einer Wackeldisziplin geworden war. Tyrone gelang trotz seiner Verletzung ebenfalls eine neue Bestleistung als er die 2,50 m übersprang und seine bisherige Bestmarke um mehr als 20 cm verbesserte.

Im abschließenden Diskuswurf landete das 1 kg schwere Wurfgerät von Luca bei 42,79 m. Mit all diesen Leistungen lag der 15-jährige Athlet damit nach dem ersten Wettkampftag mit 3.157 Punkten dreißig Punkte hinter dem Erstplatzierten Jonas Perner (LG Fichtelgebirge) auf Rang 2 im Gesamtklassement. Tyrone Wild, dessen Diskus bei 19,12 m liegen geblieben war, lag nach den ersten fünf Disziplinen auf Rang 23.

Luca startete schnell in den zweiten Tag. Über die 80 m Hürden lief er in 10,94 s zur zweitschnellsten Zeit des Feldes. Tyrone absolvierte dieselbe Strecke mit mehreren Strauchlern und rettete sich in 14,60 s ins Ziel.

Im Hochsprung, einer Wackeldisziplin von Luca, schraubte sich der Athlet über 1,65 m und kam damit nahe an seine Bestleistung heran. Das gleiche galt für Tyrone, der die 1,47 m als letzte Höhe übersprang.

Im Speerwurf kam Luca mit 34,56 m nahe an seine Saisonbestleistung heran, während Tyrone mit 28,93 m eine neue persönliche Bestweite aufstellte. Vor den abschließenden 1000 m lag Luca auf Rang 4 im Gesamtklassement. Obwohl die Bronzemedaille eigentlich schon außerhalb der Reichweite lag, lief der Tübinger in 2:55,00 min zu einer neuen Saisonbestleistung und damit deutlich schneller als der Drittplatzierte Moritz Eisold. So konnte sich Luca noch mit erreichten 5.454 Punkten an dem Athleten der LG Tuttlingen-Fridingen vorbei auf Rang drei schieben. Damit stellte Luca seine Bestleistung um mehr als 200 Punkte ein.

Tyrone blieb über die 2,5 Stadionrunden das erste Mal unter der 3min-Marke und durchquerte das Ziel nach 2:57,52 min. Damit wurde er mit 4.361 Punkten mit neuer Bestleistung Zweiundzwanzigster.

Lotta Mage erfolgreich in der W15 

Lotta Mage stieg ebenfalls mit dem 100 m Sprint in den Siebenkampf der W15 ein. Nach 13,49 s lief sie mit der zwölftschnellsten Zeit über die Ziellinie. Im Weitsprung hatte die Athletin mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen. Im letzten Versuch gelang ihr ein weiter Sprung, der aufgrund von einem leichten Übertritt jedoch ungültig war. Somit blieb am Ende die im zweiten Versuch gesprungenen Weite von 4,88 m stehen. Beim Kugelstoßen gelang ihr mit 10,84 m ein Stoß an die 11m-Marke heran. Im Hochsprung dann stellte sie mit 1,49 m eine Saisonbestleistung auf. Am Ende eines heißen ersten Wettkampftages lag Lotta mit 2.059 Punkten auf Rang zehn. Trotz der Hitze blieb die Sportlerin noch vier Stunden im Stadion, da sie noch die restlichen Wettkämpfe ihrer Teamkameraden abwarten musste. Diese Stunden kosteten sie zusätzlich Energie, die ihr am zweiten Tag merklich fehlte.

Den zweiten Teil am Sonntag begann die Schülerin mit den 80 m Hürden, die sie in 12,71 s hinter sich brachte. Im Speerwurf landete das Wurfgerät bei 27,82 m. In einer ihrer Paradedisziplinen, den 800 m, lies Lotta dann alle dreizehn Konkurrentinnen hinter sich und sicherte sich mit 2:22,27 min die höchste Punktzahl ihres Mehrkampfes. Ihr Mut trotz des böigen Windes alleine vorne weg zu laufen wurde am Ende mit einem siebten Platz belohnt.

Betreuende Trainerin Meli Grimm äußerte sich nach den Wettkämpfen ihrer Athleten sehr zufrieden: „Die Hitze war wirklich hart. Trotz der Temperaturen waren die Athleten am Samstag zwölf Stunden im Stadion. Genauso hart war die kurzfriste Verletzung von Leon für die Mannschaft. Luca hat einen tollen Mehrkampf gemacht. Er kann wirklich stolz auf seine zweite DM-Medaille in diesem Jahr sein. Tyrone hat sich auch super durchgekämpft. Lotta hat sich auch super geschlagen und wurde mit ihrer zweiten Top 8-Platzierung bei einer Deutschen Meisterschaft belohnt.“