Geschrieben von Hanna Gröber

Mit Jackie Baumann und Gregor Traber starten am Wochenende gleich zwei heiße Titelanwärter im Berliner Olympiastadion bei den Deutschen Meisterschaften der Leichtathletik, die auch jeweils bereits ganz oben auf dem Podest standen. Beide hatten in den vergangenen Jahren jedoch auch einiges an Verletzungspech und freuen sich nun auf eine neue Chance auf den Meistertitel.

Zwar ist Gregor Traber die 110m Hürden in diesem Jahr erst einmal gelaufen (auch bedingt durch den wetterbedingten Ausfall des Soundtracks), dafür jedoch umso schneller: Er steht mit seiner Saisonbestleistung aus Mannheim (13,37 Sekunden) mit deutlichem Abstand an der Spitze der Meldeliste. "Ich bin super motiviert und ein bisschen aufgeregt", meinte Gregor Traber zu seinen Erwartungen an die DM, gibt sich aber auch selbstbewusst: "Mein Ziel ist es einerseits, den Titel von letztem Jahr zu verteidigen, aber auch eine ansprechende Zeit anzubieten. Rückenprobleme haben mich diese Saison etwas ausgebremst, aber die sind überstanden und die Form stimmt. Ich bin gut drauf!" Für ihn ist auch der Start in Berlin mit Erinnerungen an die letztjährige Heim- EM sowie an seine jungen Leichtathletikjahre verbunden, da er als 15- Jähriger dort seinen ersten Jugend- Titel im Dreisprung sowie den zweiten Platz im Hürdensprint erreichen konnte.

Auch Jackie Baumann dominiert über 400m Hürden schon lange die nationalen Meisterschaften und ist in diesem Jahr, nach einem verletzungsreichen 2018, wieder an der Spitze des Teilnehmerfeldes zu finden. Sie steht mit in La-Chaux-de-Fonds gelaufenen 56,43 Sekunden 17 Hundertstel vor ihrer schärfsten Konkurrentin Djamila Böhm (ART Düsseldorf). Baumann ist verständlicherweise auch etwas nervös, freut sich aber in erster Linie auf Berlin: "Die DM sind immer etwas Besonderes. Man will sein Bestes zeigen und natürlich würde ich mir auch gerne meinen dritten Titel sichern! Ich hoffe, dass ich nochmal zeigen kann, was ich dieses Jahr schon wieder drauf habe, vor allem im Hinblick auf die Olympischen Spiele im nächsten Jahr."

Mittelstreckler Robert Baumann ist zwar der jüngste Athlet in der Delegation der LAV- Athleten in Berlin, bringt aber den Rückenwind aus seiner ersten internationalen Leichtathletikmeisterschaft, der U23- EM in Gävle (Schweden) mit. Er belegte dort über die 3000m Hindernis einen starken 10. Platz im Finale und steht mit seiner diese Saison gelaufenen PB von 8:43,74 Minuten sogar auf Rang 3 der Meldeliste. Dabei liegen zwischen den ersten 8 gemeldeten Läufern jedoch nur 11 Sekunden, was auf eine spannendes Rennen hoffen lässt. "Die Staffel letztes Wochenende (3x1000m Männer bei der Jugend-DM in Ulm) hat mir Selbstbewusstsein gegeben, bevor ich jetzt nach Berlin reise", beschreibt Baumann seinen Unterdistanz-Test vom vergangenen Sonntag und meint zufrieden: "Die Beine geben doch noch was her!"

In einem sehr starken Feld mit Weltklasseathletinnen wie Konstanze Klosterhalfen oder Alina Reh steht auch Katja Fischer über die 5000m am Start. "Da bekomme ich schon Gänsehaut nur beim daran denken", lacht Fischer. "Aber das Mittelfeld ist ganz schön eng beieinander und das wird dann bestimmt ein super Rennen!" Fischer hat diese Saison schon auf diversen Distanzen zahlreiche Bestzeiten aufgestellt und steht mit ihrer PB von 16:51,25 Minuten, die sie bei heißen Temperaturen in Riederich gelaufen war, in den Top20 des 32- Teilnehmer- starken Feldes. Fischer freut sich auf die DM: "Ich habe gut trainiert und hoffe, dass ich das dann auch beim entscheidenden Rennen zeigen kann! Ich möchte mich maximal anstrengen und dieses besondere Erlebnis auch maximal genießen!"

Wir drücken allen DM- Startern natürlich die Daumen und wünschen viel Erfolg!

Hier geht es zur Microsite mit Livestream auf leichtathletik.de:

https://www.leichtathletik.de/termine/top-events/dm-2019-berlin/