Geschrieben von Jule Vetter

Eigentlich wollte die Studentin der molekularen Medizin nur ein Jahr an der Grand Valley State University in Michigan/USA verbringen. Mittlerweile befindet sich Hanna Gröber nun in ihrem dritten Jahr an der Universität und ist aus ihrem Laufteam nicht mehr wegzudenken. Mit zahlreichen neuen Bestzeiten konnte sich die Läuferin neben ihrem Studium sportlich immer weiter entwickeln. Daher stellte die Qualifikation für die NCAA Cross Country Championships in diesem Jahr auch kein Hindernis mehr für Gröber dar. Von jedem startberechtigten Uni-Team dürfen die sieben schnellsten Läuferinnen an den Start gehen. Davon kommen die ersten fünf, die das Ziel durchqueren, in die Teamwertung. Im letzten Jahr überraschte Hanna Gröber als sie als gesamt Sechste und dritte Läuferin ihres Teams über die Ziellinie lief.


Die diesjährigen Meisterschaften fanden in Sacramento/Kalifornien statt. Insgesamt 260 Athletinnen von 34 Universitäten aus dem ganzen Land kämpften sich über den schnellen 6 km Kurs, der die Teilnehmerinnen quer über einen Golfplatz führte.
Bei so vielen Athletinnen ist ein schneller Start notwendig, um nicht bereits von Beginn eingekesselt zu sein. Das merkte auch Gröber, als sie nicht so schnell wie gewollt von der Startlinie loskam. „Ich wurde zunächst etwas eingeboxt. Das war schon ärgerlich, aber ich konnte mich die nächsten Kilometer noch gut vorarbeiten“, resümierte die Läuferin im Nachhinein. Nach zwei Runden konnte Gröber das Rennen auf dem 14. Platz beenden und zum Schluss sogar noch vier Läuferinnen überspurten. Den relativ flachen, aber dadurch auch sehr schnell gelaufenen Kurs brachte sie in 20:38,2 min hinter sich und lief damit den schnellsten 6 km Crosslauf ihrer Karriere. „Ich bin super glücklich mit meiner Platzierung. Meine Teamkollegin Jessica hat mich lange mitgezogen, das hat mir definitiv geholfen. Eigentlich habe ich mich während des Rennens gar nicht so gut gefühlt, deswegen habe ich einfach versucht das Beste aus mir herauszuholen. Ich denke ich kann definitiv sagen, dass ich bis zum Schluss gekämpft habe“, freute sich Gröber am Ende des Rennens.


Im Übrigen war eine der überspurteten Läuferinnen die von Gröber benannte Jessica Gockley, weshalb Gröber als Zweitschnellste aus ihrem Team durchs Ziel lief. Auch wenn sie sich damit innerhalb des Teams besser platzierte als im vergangenen Jahr, reichte es in diesem Jahr für die Mannschaft der Grand Valley State University leider nicht zum Sieg. Sie kamen auf Platz zwei hinter den Läuferinnen von der Adams State University, die den Lauf klar dominierten. „Unser Team war dieses Jahr wirklich gut aufgestellt, aber unsere Dauerrivalinnen von der Adams State University haben einfach eine unglaubliche Leistung gezeigt. Vor allem die Siegerin des Laufes, die ja in 19:15,5 min mit großem Vorsprung gewonnen hat, war einfach nur krass“, gönnte Hanna Gröber den Läuferinnen aus Colorado den Sieg.


An ihre Universität kehrt Gröber nun mit gemischten Gefühlen zurück: „Einerseits bin ich echt zufrieden und glücklich mit meinem Rennen, aber andererseits auch sehr traurig, dass ich damit nun auch mein letztes Cross Country Rennen in den Vereinigten Staaten gelaufen bin.“
In den nächsten Wochen wird Hanna Gröber die 5000 m auf der Hallenrundbahn in Angriff nehmen, bevor sie Mitte Dezember für einen Heimaturlaub nach Deutschland zurückkehrt.