Geschrieben von Hanna Gröber & Jule Vetter

Robert Baumann gelang es auf der Bahn seine im Wintertraining erarbeitete Form bei der Langen Laufnacht in Karlsruhe umzusetzen, als er die Norm über 3000 m Hindernis für die die U23 Europameisterschaft im schwedischen Gävle unterbieten konnte. Dies gelang ihm mit einer neuen Bestzeit von 8:43,74 min. Das EM-Ticket sicherte er sich dann mit einem 3. Platz bei der U23 DM in Wetzlar. Bei den Europameisterschaften zog Robert als Drittplatzierter seines Laufes ins Finale ein, das er als 10. Europäer beendete. Den perfekten Saisonabschluss bildete dann die Teilnahme über die Hindernis-Strecke bei den Deutschen Meisterschaften im Berliner Olympiastadion, wo er als 5. über die Ziellinie lief.

Dort konnte auch seine Schwester Jackie Baumann über 400 m Hürden einen Erfolg feiern. Nach langen und schweren Verletzungsmonaten kämpfte sich die Olympiateilnehmerin zurück ins Wettkampfgeschehen und konnte sogar wieder an einigen international besetzten Rennen teilnehmen. In Berlin krönte sie ihren Saisonabschluss mit einer Saisonbestleistung von 56,23 s und der Silbermedaille. Auch Hürdensprinter Gregor Traber hatte eine Saison, die von mehr Tiefen als Höhen geprägt war. Dennoch konnte er trotz Rückenproblemen zwei deutsche Meistertitel (60m Hürden in der Halle, 110m Hürden) holen.

Ebenfalls bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin am Start war Katja Fischer. Die (einstige) Mittelstrecklerin probierte sich bei ihrer Rückkehr zur LAV auf der Langstrecke aus. Ihr Mut wurde mit der Qualifikationszeit über die 5000m belohnt, wo sie an ihrem Saisonhöhepunkt mit einer Bestzeit von 16:35 min glänzen konnte. Sie entschloss sich dann die deutlich längere Distanz in Angriff zu nehmen und lief beim Köln Halbmarathon bei einem phänomenalen Debüt als Siegerin nach 1:15:18 h durchs Ziel. 

Über die doppelte Distanz war Lorenz Baum beim BMW Berlin Marathon am Start. Das Jahr hatte bereits erfolgreich bei der Halbmarathon DM in Freiburg (67:07 min) begonnen, als er zusammen mit Michael Wörnle und Timo Göhler Bronze mit der Mannschaft gewinnen konnte. Im Sommer folgte eine lange und gute Vorbereitung auf seinen zweiten Marathon. Am 22. September war Lorenz in einer so guten Form, dass er eine neue Bestzeit von 2:18 h in Berlin über die 42,195 km aufstellte. Dort stand auch Timo Göhler an der Startlinie, der nach einer schwierigen Saison den Marathon in 2:20:18 h finishen konnte. 

Nicht auf der Straße, aber dafür in den Bergen war Langstrecklerin Anais Sabrié erfolgreich. Die gebürtige Französin konnte bei den Europameisterschaften im Berglauf in Zermatt einen starken 12. Platz erreichen. Den größten Triumph ihrer Karriere erreichte sie bei der Berglauf-WM in Argentinien im November, wo sie als dritte französische Läuferin und Gesamt-7. die Goldmedaille mit dem französischen Team gewinnen konnte. Mit neuem Streckenrekord beim Tübinger Nikolauslauf, wo sie in 1:17,25 Minuten ihren 5. Sieg auf der schwierigen Strecke holte, beendete Sabrié ein sehr erfolgreiches Laufjahr.

Erfolgreich auf der Straße unterwegs war Jule Vetter. Auch sie gab wie Katja ihr Halbmarathon Debüt in 1:20:40 h beim Deutschen Jugendcup in Bonn. Auf der Bahn stellte sie mit 17:11 min eine neue Bestzeit über 5000 m auf. Ihr persönliches Highlight erlebte sie dann in Berlin bei der Adidas Runners City Night in Berlin, als sie mit 35:02 min eine neue Jahresbestleistung in der WJU20 über die 10km aufstellen konnte. 

Über die Halbmarathondistanz waren auch Levin Maurer und Marc Wörner erfolgreich. Beide stellten ihre Bestleistungen bei den Baden-Württembergischen Halbmarathonmeisterschaften, die im Rahmen des Baden-Marathons ausgetragen wurden, ein. Für Levin blieb die Uhr dort nach 1:12:04h, für Marc nach 1:12:54h stehen. Zusammen mit Tobias Babel konnten sie dort auch die Silbermedaille in der Teamwertung gewinnen. Einen erfolgreichen “Ausflug” auf diese Distanz machte auch Michael Wörnle. Trotz langwieriger Verletzungsproblemen gewann er Silber (U23) bei der Halbmarathon-DM in Freiburg und trug außerdem entscheidend zum Mannschaftssilber in der U23 bei der Cross- DM bei. Auf der Tartanbahn wollte es dann nicht so laufen, und so verpasste der Tübinger knapp die 5000m-Norm für die DM in Berlin. Über diese Strecke konnte dafür Pascal Scheub beim Abendsportfest in Riederich glänzen, als er nach 15:39 min eine für ihn „unglaubliche“ Bestleistung aufstellte.

 Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Ulm zeigte Tom Rinderknecht, der noch dem jüngeren Jahrgang der U18 angehört, zwei starke Rennen. Der Mittelstreckler war mit zwei Normen und Bestzeiten über 800m (1:58,69 min) und 1500m (4:09,90 min) im Gepäck nach Ulm gereist und entschied sich letztlich für die längere Distanz. Er errichte nach einem mutigen Vorlauf souverän das Finale und belegte einen 11. Platz in Deutschland! Auf den gleichen Strecken war auch Mittelstrecklerin Janina Ruf unterwegs. Sie gewann als U20- Athletin die Baden- Württembergischen Meisterschaften der U23 über die 1500m, erreichte aber nicht die erhofften Zeiten. Dennoch qualifizierte sie sich erneut für das Finale bei der Jugend-DM, wo sie unter die Top10 laufen konnte.

Eine neue Bestzeit über 800m erreichte Florian Kalb. Trotz Verletzungssorgen im Winter konnte er in Regensburg im Alleingang seine Bestzeit von 1:52,24 Minuten schon zu Beginn der Saison einstellen. Zusammen mit Michael Wörnle und Robert Baumann erkämpfte er sich im Sommer über 3x1000m einen guten 8. Platz bei den Deutschen Staffelmeisterschaften der Männer.

So schnell wie nie war auch Silvan Rauscher über die 3000 m Hindernis unterwegs. Er konnte in Karlsruhe seine Bestzeit auf 9:21 Minuten verbessern. Zudem trug Rauscher zur Silbermedaille des U23-Teams (+Robert Baumann u. Michael Wörnle) bei der Cross-DM bei. 

Neuzugang Viktoria Mancho konnte die BaWüs  (U23) über 10km auf der Straße in 44:15 Minuten gewinnen und ihre Bestzeit um über 2 min verbessern. Ebenfalls neu in der Trainingsgruppe ist Luisa Wöhrmann, die in ihrem ersten Jahr bei der LAV direkt die 10km Serie des Alb-Gold-Cups in ihrer Altersklasse (U18) gewinnen konnte. Auch Paul Jelden war das erste Jahr im blauen Trikot unterwegs. Er freute sich nach langer Verletzungspause über eine Bestleistung über die 10 km von unter 34 min. 

 Julius Ulrich wird neben der Einstellung seiner Bestleistung über 800 m (2:03,40 min) vor allem die legendäre Biermeile, die einen Tag vor dem Soundtrack im blauen Stadion stattgefunden hat, in Erinnerung bleiben. Er stand auch in einer der vier teilnehmenden Tübinger 3x1000m Staffeln bei den Baden- ürttembergischen Meisterschaften am Start, welche das absolute Highlight für Theo Haug darstellten. Auch Christian Wörnle konnte dort zu einer sehr soliden Mannschaftsleistung beitragen.

 Viele Cross, Hallen- und Bahnwettkämpfe hatte auch Hanna Gröber, die in aktuell in den USA studiert, auf dem Plan. Dabei konnte sie ihre PB über 3000m auf 9:41 min und ihre 10,000m Zeit auf 34:55 min verbessern. Bei den Outdoor NCAA National Championships in Texas konnte sie mit einem 5. Platz über die 3000m Hindernis und einem 6. Platz über 5000m wichtige Punkte für ihr Team holen, das einen 3. Platz belegte.

2020 werden einige neue und neu-alte Gesichter Teil der Trainingsgruppe rund um Isabelle Baumann werden. So wird Olympiateilnehmerin Hanna Klein im blauen LAV-Trikot starten und auch der ehemalige Tübinger Marathonläufer Markus Weiß-Latzko findet seinen Weg zurück zur LAV.

Die Athleten sind nun bereits wieder im Wintertraining angekommen und legen die Grundlagen für ein erfolgreiches Jahr 2020. Egal ob Olympia-, EM oder (Jugend-)DM: Für das kommende Jahr gibt es genügend Highlights und neue Saisonziele für die LAV- Athleten.