Geschrieben von Jule Vetter
Leon Groh, Tyrone Wild, Florens Dehmel und Tom Rinderknecht sicherten sich mit der 4x200 m Staffel die DM-Norm

Über zwei Tage fanden in Mannheim die Baden-Württembergischen Hallenmeisterschaften der U20 und Aktiven statt. Insgesamt 14 Tübinger/-innen lieferten sich dort in den verschiedenen Altersklassen spannende Wettkämpfe mit der landesweiten Konkurrenz.

Seit drei Jahren stand Jackie Baumann schon nicht mehr an der Startlinie eines Hallenwettkampfes. In Mannheim feierte die Olympiateilnehmerin nun am Samstag ihr Hallen-Comeback über 400 m mit einer neuen Bestzeit und Deutscher Jahresbestleistung von 54,02 s. Obwohl sie in der letzten Kurve abbremsen musste, konnte sie sich souverän den Meistertitel holen. Über die gleiche Distanz war auch Fiona Nachtigall am Start, die sich aber mit ihrer Zielzeit von 61,12 s eher unzufrieden zeigte. Schnell ging es für Jackie auch am Sonntag über 200 m weiter. Die Hürdenspezialistin ließ auf der Hallenrunde alle Konkurrentinnen hinter sich und lief erneut in neuer Deutscher Jahresbestleistung von 23,89 s durchs Ziel. „Das ist ein riesen Schritt für Jackie. Mit dieser Pulverisierung ihrer Bestleistung befindet sie sich in einem ganz neuen Leistungsbereich. Das lässt auf den Sommer hoffen“, resümierte ihre Trainerin und Mutter Isabelle nach dem Wettkampf. 

Am Samstag war Janina Ruf, die über 1500 m der weiblichen U20 an den Start ging, auf der Rundbahn erfolgreich unterwegs. Die 18-jährige konnte das Tempo, das von Charlotte Römer (LAZ Ludwigsburg) vorgegeben wurde, mitgehen und auf den letzten Runden sogar nochmals beschleunigen. Damit sicherte sie sich hinter der Start-Ziel-Siegerin im Schlussspurt den zweiten Platz in 4:43,93 min. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Rennen. Das Tempo, das vorne angeschlagen wurde, konnte ich sehr gut mitgehen und die letzte Rennhälfte schneller gestalten. Das ist mir in den letzten Rennen nicht so gut geglückt“, resümierte die Läuferin nach dem Zieleinlauf.

Im Halleninnenfeld waren vier U20-Tübingerinnen über 60 m schnell unterwegs. Drei der Starterinnen qualifizierten sich für einen der beiden Finalläufe. Amelie Gutbrod, die ihren Vorlauf in 7,98 s zurücklegte, lief im Finale in 8,00 s und damit als Achtschnellste durchs Ziel. Im ersten der beiden Finalläufe konnte sich Sara Göhring, die sich in 8,20 s für den Lauf qualifiziert hatte sogar nochmal steigern und lief in 8,13 s auf Platz 10. Ihr folgte Nele Mittag mit 8,19 s auf Rang 11. Lotta Mage konnte sich in 8,61 s leider nicht für einen Finallauf qualifizieren. Sara Göhring und Lotta Mage gehören noch der jüngeren Alterklasse der U18 an. In einem Einlagelauf über 200 m lief Lotta dann zu einer neuen Bestzeit von 26,25 s. Ihr folgte ebenfalls mit neuer Bestleistung von 26,32 s Sara Göhring. Im Weitsprung sprang Nele in 5,07 m auf Platz 11 und Amelie mit 4,86 m auf Rang 12. Einen guten Tag hatte die 4x200 m Staffel der weiblichen U20 (Sara Göhring, Amelie Gutbrod, Nele Mittag, Lotta Mage), die in 1:44,58 min die Norm für die Deutschen Hallenmeisterschaften der U20 unterbot. Damit landeten die Mädchen auf dem dritten Platz.

Am Sonntag trat Nele Mittag erneut gegen die landesweite Konkurrenz über 200 m an. In 26,55 s sicherte sie sich den achten Platz. Naemi Kehrer zeigte am gleichen Tag über 60 m Hürden ihre gute Form, als sie sich in 9,01 s für das Finale qualifizierte, welches sie in 9,09 s als Vierte beendete. 

Bei der männlichen U20 konnte sich Leon Groh über 60 m in 7,29 s ein Ticket für das A-Finale sichern. Luca Haug lief im Vorlauf nach 7,57 s und Tyrone Wild nach 7,48 s durchs Ziel. Alle drei Athleten sind noch im ersten Jahr der Altersklasse U18. Am Ende lief Leon trotz der deutlich älteren Konkurrenz in 7,26 s auf einen guten neunten Platz. „Leon hat über müde Beine geklagt, da ihm eine Woche Skischullandheim die Spritzigkeit etwas genommen hat. Trotz der Umstände hat er aber eine gute Leistung heute gezeigt“, erklärte Trainerin Melanie Grimm zufrieden. Im Weitsprung zeigte dann Luca eine gute Serie und wurde mit 6,15 m Sechter.

Nachdem die 4x200 m Staffel bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften der U18 am vergangenen Wochenende das Staffelholz noch nicht durchs Ziel hatten bringen könnten, wagten sie in Mannheim einen erneuten Anlauf. Diesmal gelang es Tyrone Wild, Tom Rinderknecht, Florens Dehmel und Leon Groh den Staffelstab in einer Zeit von 1:32,90 min durchs Ziel zu tragen. Damit konnte sich die U18-Staffel ebenfalls die Norm für die U20-DM und die Silbermedaille sichern.

Am Sonntag versuchte sich Staffelteilnehmer Tom Rinderknecht als U18-Athlet im Feld der männlichen U20 über 800 m. Obwohl er mit der Renngestaltung und dem Tempo, das vorne angeschlagen wurde, leicht überfordert war, brachte er das Rennen in 2:02,76 min erfolgreich hinter sich und wurde Zehnter. Ebenfalls mit der älteren Konkurrenz zu kämpfen hatte Florens Dehmel über 200 m. Der Athlet hatte aufgrund seiner Größe Probleme mit der Bahnzuteilung auf Bahn zwei und konnte daher sein volles Potential nicht ausreizen. Am Ende blieb die Uhr nach 24,12 s für ihn stehen blieb.

Über siebeneinhalb Hallenrunden standen Lorenz Baum und Michael Wörnle am Start. Michael gelang es sich mit einem letzten schnellen Kilometer vom Feld abzusetzen und so die 3000 m in 8:26,94 min für sich zu entscheiden. Lorenz folgte ihm auf dem zweiten Patz in 8:31,24 min.