Geschrieben von Hanna Gröber

Den Auftakt machten am Freitagnachmittag bereits die Läuferinnen und Läufer der LAV, und für die junge Natalie Frank stand hier bereits das Finale über 3000m der WJ U18 an. Für Natalie war es ihr erstes Meisterschaftsrennen bei einer Jugend-DM und so galt es für das Nachwuchstalent vor allem, Erfahrung in einem sehr starken Teilnehmerfeld zu sammeln. Nach einem sehr flott angegangenen Rennen mit dem ersten Durchgangskilometer in 3:16 Minuten musste Frank leider schon früh von der Hauptgruppe abreißen lassen, was bei dem hohen Tempo verständlich war. Trotzdem kämpfte sie sich bis zur Schlussrunde durch und konnte am Ende noch zwei Gegenerinnen überspurten und sich einen tollen 12. Platz in 10:22,65 Minuten holen. Zwar hatte sie sich etwas mehr erhofft, musste das Rennen aber bereits nach 2 Runden weitgehend alleine gestalten und da können die 7,5 Runden schon sehr lange werden. Natalie Frank analysierte ihr erstes DM-Rennen dementsprechend auch ganz neutral: "Am Anfang war es glaube ich etwas schnell für mich und alleine laufen kann ich leider gar nicht. Nächstes Mal versuche ich, länger dran zu bleiben. Aber es hat trotzdem sehr viel Spaß gemacht!"

Für Ben Schlichter, Tom Rinderknecht und Janina Ruf standen erstmal die Vorläufe über 1500m auf dem Programm. Ben erwischte das schnellere Rennen und konnte sich zum Glück noch über die Zeit in starken 4:12,10 Minuten für den Endlauf qualifizieren, während Tom Pech hatte und in einem Bummelrennen die ersten 3 und damit die direkte Quali nach 4:15,94 Minuten verpasste. Janina erwischte ebenfalls ein Bummelrennen, brachte sich aber clever in die richtige Position und sicherte sich als 3. ihres Laufs ebenfalls das große "Q" fürs Finale der WJ U20.

Das ambitionierte Ziel für Ben Schlichter war es im Finale am Samstag, unter die Top8 in Deutschland zu kommen. Wie fast immer bei Meisterschaftsrennen wurde dieses taktisch langsam angelaufen. Ben positionierte sich gut im vorderen Mittelfeld, um bei einer Tempoverschärfung schnell reagieren zu können. Auch wenn er die Führungsgruppe 800m vor Schluss ziehen lassen musste, behauptete sich der Nachwuchsläufer sehr gut im Verfolgerfeld und sicherte sich mit einer flotten 59s- Schlussrunde einen sehr starken 7. Gesamtplatz. Trainer Uli Böckle zeigte sich dementsprechend und vor allem nach einem durch Verletzungen und Zwangspausen geprägten Vorjahr sehr zufrieden mit dem Abschneiden: "Für Ben war das eine motivierender und schöner Abschluss der U18- Altersklasse und nach viel Geduld und Alternativtraining im letzten Jahr konnte er nun endlich zum Jahreshöhepunkt wieder sein Potenzial abrufen!" Ben meinte im Anschluss ebenfalls: "Mit Platz 7 kann ich glaube ich echt zufrieden sein, da ich mein Ziel unter den Top 8 erreicht habe und mich nach einem holprigen Vorlauf nochmal gut gesteigert habe. Jetzt freue ich mich aber erstmal auf die Pause!"

Janina Ruf zeigte ein ähnlich cleveres und couragiertes Rennen in ihrem Endlauf über 1500m. Auch hier war das Rennen unerwartet langsam und wurde erst in der Schlussrunde entschieden. In einem packenden Duell mit der Sechstplatzierten kämpfte sie bis zur Ziellinie und verpasste den 6. Platz letztlich nur hauchdünn. Auch sie zeigte sich im Anschluss sehr zufrieden: "Ich dachte eigentlich, dass es ein schnelles Rennen vorne wird. Dann wurde es aber ein richtiges Meisterschaftsrennen, wo es nur auf die letzten 1,5 Runden ankam. Ich bin zufrieden, nur war es schade, dass es knapp nicht mehr für den 6. Platz gereicht hat." Trainerin Isabelle Baumann meinte dazu auch im Anschluss: "Ich freue mich wahnsinnig für Janina, die nach einem schwierigen Jahr in ihrem Rennen mit dem 7. Platz einen tollen Saisonabschluss geschafft hat!" Im kommenden Jahr startet Ruf dann in der WJ U23.

Auch Lotta Mage durfte gleich zweimal an den Start: Bei ihrem erst 2. Rennen über die 400m Hürden im Halbfinale am Samstag schaffte sie gleich souverän den Einzug in den Endlauf am Sonntag. Lotta, die noch dem jüngeren Jahrgang der U18 angehört und sich in ihrem ersten Rennen gleich für die Jugend-DM qualifiziert hatte, trommelte dazu noch eine solide Zeit auf die Bahn und blieb nur eine Zehntel über ihrer PB. Sie sicherte sich in 63,31 Sekunden das große "Q" für das Finale am folgenden Sonntag. Dort schaffte es Lotta in einem knappen Rennen gleich auf den 8. Platz bei ihrer ersten Jugend-DM und behauptete sich dabei in einem starken Feld. Nur 3 Konkurrentinnen ihres Jahrgangs waren schneller, was Lotta viel Motivation für die Meisterschaften im nächsten Jahr geben dürfte.

Für den Höhepunkt zum Abschluss sorgte am Sonntagvormittag der talentierte Speerwerfer Nick Thumm. Der U18- Athlet, der von Vater Karsten Thumm trainiert wird, hatte dieses Jahr mit einer bestechenden Konstanz tolle Weiten im Bereich der 60 Meter geworfen und war somit als 4. der Meldeliste angereist. Ziel war ein erneuter Wurf auf über 60 Meter, was Nick souverän gelang. Mit 60,62 Meter blieb er zwar etwas unter seiner PB mit 62,08 Metern, musste sich aber letztlich nur 3 Konkurrenten geschlagen geben und erreichte einen sehr starken 4. Platz in Deutschland. Auch er gehört noch dem jüngeren Jahrgang an und hatte hier nur den Sieger Max Dehning vor sich. Wir dürfen also gespannt sein, auf welche Weiten Nick Thumm den Speer in einem Jahr fliegen lässt...

Alles in allem war es trotz Corona-bedingt fehlender Zuschauer ein toller Wettkampf und die Nachwuchsathleten gingen nach einem sehr schwierigen und langen Trainingsjahr trotzdem mit viel Motivation und Kampfesgeist in Heilbronn an den Start und zeigten geschlossen starke Leistungen unter den besten Jugendlichen Deutschlands!

Hier geht es zu den Ergebnissen und Video-Highlights:

https://www.leichtathletik.de/termine/top-events/jugend-dm-2020-heilbronn-live