Geschrieben von Hanna Gröber

Nachdem Hanna Klein vor knapp einer Woche in Ostrava nur haarscharf an ihrer PB über 1500m vorbeigeschrammt war und bewiesen hatte, dass sie sich auch so spät in dieser Saison noch in einer absoluten Topform befindet, ging es beim ISTAF in Berlin nochmal darum, alles zu geben und eine lange und außergewöhnliche Saison erfolgreich abzuschließen. Vor knapp 3500 Zuschauern gelang Klein das im Berliner Olympiastadion: Sie lief beim Sieg der Britin Laura Muir in Weltjahresbestzeit von 3:57,40 Minuten auf einen starken 7. Platz in 4:05,74 und blieb damit lediglich 1,5 Sekunden über ihrer Bestleistung.

Hanna Klein zeigte sich begeistert darüber, endlich wieder vor Publikum laufen zu dürfen: "Die Stimmung war echt super, auch wenn nur knapp 3500 Zuschauer im Stadion waren, hat man den Jubel toll gehört. Ich bin zufrieden mit dem Lauf, auch wenn es ein schweres Rennen war", kommentierte sie ihren Wettkampf im Anschluss. Aufgrund des international besetzten und entsprechend starken Teilnehmerfeldes wurde natürlich von Anfang an ein hohes Tempo angeschlagen, was es schwer machte zu überholen. Insgesamt zog Klein ein positives Fazit: "Ich hätte vielleicht einen Tick früher vorbeigehen können. Aber das ist das Einzige, was ich mir vorwerfen kann und jetzt freue ich mich auf die Offseason!"

In Frankfurt, beim vom Organisator des ausgefallenen Mainova Frankfurt Marathon organisierten Halbmarathon-Invitational, konnten Katja Fischer und Timo Göhler nach langer Straßenlauf-Abstinenz ihre Form auf der Halbmarathon-Distanz testen. Die Strecke fand ohne Zuschauer auf einem 3km- Rundkurs auf dem Messegelände mit überschaubarem, aber starkem nationalen Teilnehmerfeld statt. 

Timo Göhler erreichte eine solide Leistung und kam mit einer Zeit von 1:06,49 Stunden als 16. noch vor Topfavorit Arne Gabius ins Ziel. Er blieb nur knapp 1 Minute über seiner Bestzeit und zeigte sich zufrieden: "Es war jetzt nicht überragend, aber auch nicht schlecht, und ich denke, meinem aktuellen Trainingszustand entsprechend", analysierte Göhler sein Rennen.

Pech hatte Katja Fischer: Sie bog bereits nach Kilometer 6 falsch ab, als ihr ein Streckenposten die falsche Richtung wies. Am Ende standen 22 km statt 21,1 km auf ihrer Uhr, die sie in einer dafür starken Zeit von 1:17,51 Stunden absolvierte und immerhin noch als 5. Frau ins Ziel einbog. Laut Fischer wäre sie unter ihrer Bestzeit vom Kölner Halbmarathon im Herbst in ca. 1:14,41 Stunden über die Halbmarathonmarke gelaufen, bei ihrem erst zweiten Rennen über diese Distanz. Trainer und Sportdirektor Steffen Große meinte zufrieden: "Bei beiden war es ein positives Zeichen in einer schwierigen Zeit. Darauf lässt sich aber aufbauen!"

Fischer ärgerte sich im Ziel verständlicherweise über sich selbst: "Ich will hier niemandem einen Vorwurf machen, es war einfach eigene Dummheit. Ich bin irgendwie auch ein bisschen sprachlos, aber stolz, dass ich das Rennen bis zu Ende gelaufen bin und mich durchgekämpft habe." Etwas versöhnlicher fügte sie dann noch hinzu: "Es war auf jeden Fall eine Riesenerfahrung und ich bin froh, dass ich endlich mal wieder einen Halbmarathon laufen durfte!" Für Fischer steht vermutlich noch ein 10km-Rennen in 2 Wochen in Berlin auf dem Plan, bevor es auch für sie in die verdiente Saisonpause geht.

Hier geht es zu den Ergebnissen:

https://www.leichtathletik.de/termine/top-events/istaf-2020-berlin/istaf-2020-berlin-live#c23734

https://www.leichtathletik.de/fileadmin/user_upload/04_Ergebnisse/Ergebnisdateien/2020_09-13_Halbmarathon_Frankfurt_erg.pdf