Geschrieben von Lisamarie Haas

Wie heißt du, welcher Jahrgang bist du und welche Gruppe leitest du?

Ulrich (Uli) Böckle, Jg. 59, Lauf U16/U18. 

Wie bist du selbst zur Leichtathletik gekommen? Hast du selbst eine „aktive Karriere“ als Athlet gehabt oder bist noch aktiv?

Meine erste sportliche Prägung bekam ich mit acht Jahren über den Handball, in meinem Heimatdorf gab es nichts anderes. Das ging dann 25 Jahre lang ununterbrochen. Zur LA kam ich über das Laufen, das ich aus eigenem Antrieb irgendwann Ende 70er, Anfang 80er-Jahre eher zum Spaß angefangen habe. Mit 27 habe ich dann begonnen, leistungsorientiert zu trainieren, mit den Schwerpunkten 10 km Straße bis Marathon, einige Jahre auch in Symbiose mit Triathlon (bis Mitteldistanz). Kurze Ausflüge zum Speerwerfen haben mir immerhin einen Kreismeistertitel beschert. Aktiv bin ich aber seit etwa 20 Jahren nur noch zur allgemeinen Fitness, um möglichst gesund älter zu werden – sportlich vielseitig, aber ohne Wettkampfambitionen und seit Mai 1995 als Lauftrainer bei der LAV.

Was motiviert dich dazu, dich als Trainer zu engagieren?

Eine Trainingsgruppe zu haben, für die man gerne seine Freizeit investiert, die es durch Engagement, Spaß am Laufen, Trainingseifer und letztendlich durch den Willen, sich auch bei Wettkämpfen zu verbessern, zurückgibt.

Was machst du, wenn du nicht gerade im Stadion oder am Streckenrand stehst?

Ich bin seit 1. April sozusagen freischaffend (freigestellt in Altersteilzeit). Vorher war ich 34 Jahre bei der Robert Bosch GmbH in Reutlingen als Elektrotechniker beschäftigt. Jetzt widme ich mich mit steigendem Interesse der Gartenarbeit, die mich nach und nach immer mehr in ihren Bann zieht und mir dadurch zeigt, dass es immer wieder neue Herausforderungen im Leben gibt, unabhängig vom Alter.

Welche Momente sind die schönsten im Trainer-Alltag? Gab es den einen schönsten Moment?

Die schönsten Momente zeigen sich bei Wettkämpfen, wenn die mit viel Zeit und Schweiß erarbeiteten Fähigkeiten in tolle Ergebnisse umgesetzt werden. Gerne denke ich an die mehrjährige Zusammenarbeit mit Clemens Bleistein zurück, mit einigen Medaillen bei Deutschen Meisterschaften und einer EM-Teilnahme als Ergebnis. Der für mich emotional schönste Moment: Der Deutsche U20-Meistertitel über die 5000 m von Annika Frank und die nachfolgende U20-EM-Teilnahme, als Ergebnis von etwa sieben Jahren kontinuierlicher Zusammenarbeit.

Was sind die besten Trainingseinheiten – wie forderst du deine Athleten am liebsten?

Ein Trainingsmittel das ich gerne einsetze, sind Tempowechselläufe in verschiedenen Varianten. Die besten Trainingseinheiten: Wenn nach Tempoläufen solche Bemerkungen kommen wie: „War hart, aber hat Spaß gemacht“.

Wie wird deiner Meinung nach die Leichtathletik in 10 Jahren aussehen?
Ein schneller Blick in die Kristallkugel: Der nächste OB in Tübingen wird eine ehemalige Leichtathletin oder ein ehemaliger Leichtathlet, die Mitgliederzahl der LAV wird sich verdoppeln, ebenso die Anzahl der Trainer im Nachwuchsbereich und die LAV wird das sportliche Aushängeschild in Tübingen.


Lieber…
…Hallentraining oder im Stadion?

Stadion

…Große Gruppe oder Kleingruppe?

Kleingruppe (ist wesentlich effektiver für die Einzelnen)

…Zeiten stoppen und Tipps geben bei Regen, 30 Grad oder Minusgraden?

30 Grad

…Trainingslager oder zuhause in Tübingen?

Schwer zu differenzieren, beides hat seinen eigenen Reiz, beides mache ich gerne.

…Sportfest oder Meisterschaft?

Beides gerne, Sportfeste für schnelle Zeiten, Meisterschaften für gute Platzierungen.